Was macht Holz so besonders?

Ein Holzhaufen vor einem Baum mit einem orangen Himmel eingebettet im Beitrag HolzWir wollen uns in diesem Beitrag mit der Thematik Holz befassen, weswegen wir zuerst über die wirtschaftliche Bedeutung berichten. Beispielsweise werden wir der Frage nachgehen inwiefern dieser Rohstoff unser Volkswirtschaft stützt. Danach werden wir euch zeigen wie vielseitig Gehölze einsetzbar ist und für welche Anwendungen es herangezogen wird. Im Anschluss daran zeigen wir euch wie die Holznutzung in Österreich erfolgt und abschließend wollen wir noch eine paar unterschiedliche Holzarten vorstellen. Viel Spaß beim Lesen!

Wirtschaftliche Bedeutung

Wir wollen hier etwas weiter ausholen und Europa betrachten, bevor wir es auf Österreich herunterbrechen. Holz ist kulturhistorisch gesehen eines der ältesten genutzten Pflanzen der Welt. Schon die ersten Völker dieser Erde haben erkannt, dass es ein nachwachsender Rohstoff immens vielseitig einsetzbar ist. Diese Erkenntnis hat aber auch heute noch Gültigkeit, weshalb Holz zu den wichtigsten Rohstoffen zur Weiterverarbeitung und zu den wesentlichsten erneuerbaren Energieträgern zählt.

Weltweites Rohholzaufkommen

Um dies zu untermauern sei gesagt, dass die jährliche Holzproduktion jene von Beton, Aluminium und Stahl übertrifft. Aktuell wird fast die Hälfte des Rohholzaufkommens in den Tropenländern wie zum Beispiel Süd- und Mittelamerika eingeschlagen, obwohl sich die höchste Einschlagintensität in Europa befindet. Nahezu die Hälfte des Holzaufkommens wird als Brennholz genutzt, was in erster Linie wiederum auf die Tropenländer zurückgeführt werden kann. In Europa wird hingegen lediglich ein Fünftel davon als Brennholz genutzt.

Waldvorkommen in Europa

Ganz im Gegenteil zu anderen Ländern oder Kontinenten, nimmt der Waldanteil in Europa mit jedem Jahr zu. Das können wir an den Zahlen und der Grafik in unserem Beitrag „Der Wald – Das grüne Gold Österreichs!“ sehen. Hier haben wir auch das Thema Wald weltweit etwas genauer unter die Lupe genommen, sind auf die Urwälder, die Funktion des Waldes sowie auf die Auswirkungen der Abholzung eingegangen.

Bedeutung für Österreich

HolzhaufenFür Österreich ist Holz ein äußerst wichtiger Rohstoff, auch weil nahezu die Hälfte der Fläche aus Wald besteht. Für die Wirtschaft bedeutet Holz eine Schaffung von rund 300.000 Arbeitsplätzen in Österreich, beginnend bei der Forstwirtschaft, über die Holzverarbeitungsbetriebe, wie Papier-, Platten- und Sägewerke bis hin zu Zimmerei-, Möbel- und Tischlerbetrieben, aber auch Hackschnitzelerzeuger (hierbei helfen wir Ihnen sehr gerne) und Biomassekraftwerke sind hier angeführt. Quasi jeder zehnte Berufstätige in Österreich hat einen Bezug zu Holz, wobei diese 300.000 in 172.000 Betrieben angestellt. Das zeigt auch wie viele Klein- und Einzelunternehmer es in dieser Branche gibt.

Wir möchten Ihnen das auch nochmal mit Hilfe eines anderen Beispiels verdeutlichen. Die Holzwirtschaft ist nach dem Tourismus die wesentlichste Industriesparte des Landes, mit einem Exportanteil von 70% und einem Exportüberschuss von 3,5 Milliarden Euro. Insbesondere in der Brettsperrholzindustrie sind die größten Produzenten in Österreich angesiedelt.

Wir gehen etwas später noch genauer auf die Holznutzung in Österreich ein.

Der Rohstoff Holz ist vielseitig einsetzbar

Holz ist ein sehr vielseitig einsetzbarer Rohstoff. Von Möbel, über Häuser, Brücken bis hin zum Brennstoff ist Holz ein hervorragender und beständiger Partner. Wie im vorigen Abschnitt erwähnt ist Holz sehr wichtig für Österreich und schafft ein große Menge an Arbeitsplätzen. Wir sehen den Trend dahingehend, dass es in Zukunft noch weitere Arbeitsplätze in der Holzindustrie geben wird.

Um diese sehr positive Entwicklung weiterhin zu fördern, müssen wir auch die Jüngsten unter uns für den Rohstoff Holz sensibilisieren. Wir sind am Land aufgewachsen und waren nahezu jeden Tag im Wald, sind auf Bäume geklettert oder haben Baumhäuser gebaut. Falls ihr diese Möglichkeiten nicht haben, gibt es  dennoch viele Alternativen wie ihr euren Kindern spielerisch etwas über Holz beibringen können. Auf dieser Webseite sind einige interessante Optionen zu finden, die bestimmt auch für Erwachsene sehenswert sind.

Einsatz von Holz als Brennstoff

Biomasse BrennstoffeAuch für diese Anwendung gibt es viele Möglichkeiten das Industrieholz einzusetzen, wenngleich der Rohstoff in erster Instanz immer mechanisch zerkleinert wird. Als Brennstoffe stehen nach der Zerkleinerung beziehungsweise Verarbeitung Hackschnitzel, Holzpellets oder  Scheitgut zur Wärmeerzeugung zu Verfügung. Hinsichtlich Komfort stehen besonders Pellets- und Hackschnitzelheizungen aufgrund der automatisierten Befeuerungsanlagen der Öl- und Gasverbrennung um nichts mehr nach.

In Österreich ist es auch ökonomisch Holzbrennstoffe einzusetzen. Und ganz im Gegensatz zu Öl und ist es umso beachtlicher, dass die Ökobilanz sehr gut ist. In unserem Blog werden wir noch viele weitere Beiträge zum Einsatz von Holz als Brennstoff veröffentlichen, weswegen wir uns auch schon auf eure zukünftigen Besuche und Kommentare freuen.

Anwendung als Baustoff

Jeder kennt Holz als Baustoff und hat es schon mindestens einmal im Einsatz gesehen oder gehabt – sei es als Brettschichtholz, Vollholz oder anderen Holzwerkstoffen. Beim betonieren unterschiedlichster Anwendungen kommen Schaltafeln aus Holz zum Einsatz, weil sie wiederverwendet werden können beziehungsweise wenn sie ihre Schuld getan haben, kann man sie als Brennstoff verwenden.

Einsatz bei Bauten und für Konstruktionen

Natürlich gewachsenes Holz hat eine hohe Festigkeit und Steifheit mit einer vergleichsweise geringen Dichte. Zudem lässt es sich gut bearbeiten, bietet Vorteile in ergonomischer und ästhetischer Hinsicht, dämpft mechanische Schwingungen gut und hat im Normalfall auch Kostenvorteile. Hingegen stellen die Interaktion mit Wasser und die Richtungsabhängigkeit aber auch oft Herausforderungen dar. Aus Holz können Musikinstrumente wie Gitarren, Sportgeräte, Boote aber auch Häuser hergestellt werden.

International gesehen liegt bei Neubauten der Anteil an Holzhäusern bei 15%. In Österreich ist dieser Anteil jedoch kleiner, obwohl die Ressourcen vorhanden sind. In anderen Regionen wie den USA oder Skandinavien macht dieser Anteil weit über 80% aus.

Anwendung von Holz bei der Innenausstattung

Das Foto zeigt das Wort Love und ist aus Holz gemacht

Wie schon zuvor erwähnt hat Holz sehr ästhetische Eigenschaften, die bei der Innenausstattung im Vordergrund stehen. Zum einen erfreut man sich beim Parkett, Decken oder Wandvertäfelungen der vielfältig einsetzbaren Designs. Aber auch bei Bilderrahmen, Kästen, Regalen, Tischen etc. kann man sehr flexible sein, zumal Holzeinrichtungen heutzutage eine Renaissance feiern.

Neben den ästhetischen Eigenschaften hat eine Studie des Joanneum Instituts ergeben, dass bei Schülern in holzverkleideten Klassenzimmern ein erheblich stressreduzierender Effekt zu sehen ist. Unter anderem war dies an der Herzfrequenz zu erkennen, aber auch die soziale Beanspruchung der Lehrer durch Schüler nahm ab.

Nutzung von Holz

Auch Dank der strengen Gesetzeslage zur nachhaltigen Bewirtschaftung – nicht mehr ernten als nachwächst – erfüllen wir alle Anforderungen um in Zukunft energieautark zu sein. Das würde bedeuten, dass der komplette Energiebedarf aus in Österreich vorhanden Rohstoffen erzeugt werden kann und wir keine Energie importieren müssten. Zusätzlich, könnte man mit einem Energieüberschuss aber auch einen Exportüberschuss erreichen und Österreich somit als erneuerbaren Energielieferanten bei unseren unmittelbaren Nachbarstaaten etablieren. Trotzdem kauft Österreich Energie aus dem Ausland ein, weil es für manche Bereiche günstiger ist.

Nachfolgende Grafik zeigt hervorragend was Holz so besonders macht und vor allem wie vielfältig es man einsetzen kann. Wir gewinnen daraus Hackschnitzel, Brennholz, Industrierundholz, Rinde, Sägenebenprodukte aber auch Schnittholz. Wenngleich wir davon den Großteil innerhalb Österreichs nutzen, exportieren wir auch einiges davon wie beispielsweise Rundholz und Schnittholz.

Nutzung von Holz in Österreich

Quelle: klimaaktiv energieholz, Österreichische Energieagentur, FHP

Die Regierung unterstützt

Ein gewichtiger Teil im Programm der Regierung ist der Kampf gegen Klimawandel. In Österreich möchte man bis 2030 den kompletten Stromhaushalt aus erneuerbaren Energien erzeugen (#mission2030). Das Ziel ist Österreich zum internationalen Vorreiter bei der Gewinnung erneuerbarer Energien zu machen. Zugegeben, ein sehr ambitioniertes Ziel, aber für die heimische Wirtschaft ist das ein Fingerzeig in die richtige Richtung. Vor allem in der Steiermark kommt uns diese Entwicklung sehr entgegen.

Welche unterschiedlichen Holzarten gibt es und wofür werden sie eingesetzt?

Für alle Holzarten gilt: Die Jahresringe eines Baumes sind im Querschnitt des Stammes deutlich erkennbar und bilden sich über die Jahre durch ein zyklisches Wachstumsverhalten. Dies erfolgt allerdings nicht in allen Teilen unserer Erde, sondern nur wo es durch klimatische Bedingungen möglich ist. So muss es zu einer zeitweiligen Unterbrechung der Teilungsaktivität des Kambium kommen, wie beispielsweise Winter oder Trockenzeiten in tropischen und subtropischen Regionen.

Prinzipiell wird zwischen Nadel- und Laubholz unterschieden. Wir wollen hier überblicksmäßig auf beide Arten und deren Vertreter eingehen.

Nadelholz

Ein Wald bestehen aus Nadelbäumen und findet Einsatz für einen Beitrag über NadeholzZum Nadelholz zählen unter anderem die Tanne, Fichte, Kiefer, Lärche aber auch die Douglasie. Aufgrund ihres gleichmäßigen, geraden Wuchses sowie der geringen Dichte sind sie perfekt für Bauholz. Während unserer Waldbesuche mit meinen Großeltern und Eltern haben sie uns oft davon erzählt, dass man früher die eigenen Bäume für den Dachstuhl verwendet hat.

Tannenzweig

Tannenzweig

Tanne

Die Tanne wird, wie die Fichte, sehr häufig als Bau- und Konstruktionsholz sowie in der Zellstoff-, Holzwerkstoff und Papierindustrie eingesetzt.  Schließlich unterscheidet es sich in der Feuchtigkeitsbeständigkeit von der Fichte, weshalb die Tanne auch als hochwertiger wahrgenommen wird. Zum anderen kommt es beim Tannenholz zu keinem Harzaustritt, und wird deswegen häufig für Möbel, wie Stühle und Tische eingesetzt.

Lärche

In Österreich kennen wir alle den Lärcherl-Schnaps mit seinem hervorragenden „holzigen“ Geschmack. Das Lärchenholz zählt in Österreich zu den schwersten und härtesten Hölzern aus welchem Grund es beim Brücken-, Erd- und Wasserbau Einsatz findet. Ebenso wie die Tanne wird auch Lärchenholz gerne für die Innenausstattung herangezogen, als auch für den Bau von Garagentoren und Balkonen.

Fichte

Fichten wachsen sehr schnell und werden häufig in der Papier-, Holzwerkstoff- sowie Zellstoffindustrie eingesetzt. Fichtenholz eignet sich aufgrund der Verfügbarkeit, geringen Gewichts und Festigkeit auch vorzüglich als Bau- und Konstruktionsholz. Ihr werdet euch noch an das Kapitel „Holz für Bauten und Konstruktionen“ weiter oben im Beitrag erinnern. Wichtig zu erwähnen ist, dass Fichtenholz behandelt werden muss, um die Langlebigkeit aufrecht zu erhalten. Die Fichte hat einen preislichen Vorteil gegenüber der Tanne.

Kieferzweig

Kiefer

Kiefer

Das Kieferholz setzt man nach der Imprägnierung im Kesseldruckverfahren als Pfosten, Pfähle oder Palisaden ein. Im Innenbereich hingegen eher für die Verschalung von Wänden und nicht stark beanspruchte Treppen und Fußböden.

Douglasie

Aufgrund der Farbgebung findet das Douglasieholz immer häufiger Anwendung im Außenbereich wie beispielsweise als Haustüren oder Fassadenelemente, aber auch in der Innenausstattung erfreut man sich zunehmend der ausgeprägten Streifenzeichnung.

Laubholz

In die Gruppe der Laubholzarten fallen unter anderem die Buche, Esche sowie die Eiche. Sie sind für gewöhnlich fester, härter und schwerer als Nadelholz. Wie auch schon der Name sagt, werden als Laubholz Bäume mit Blättern gemeint, im Gegensatz zu den Nadeln des Nadelholz.

Laubholz

 

Eiche

Eich mit violettem HintergrundUns Steirern ist der Begriff der steirischen Eiche nur all zu bekannt und großteils verbinden wir unseren Terminatorexport damit. Aber auch die 1.000 jährige Eiche in der Gemeinde Bad Blumau zwischen Bierbaum und Loimeth sei erwähnt, denn sie gilt als älteste Eiche Europas und selbst wir durften sie bei einer Schulreise bewundern. Was ihr aus diesen Anspielungen schon entnehmen könnt, ist dass die Eiche sehr beständig und fest ist. Zugleich aber auch einen hohen Abriebwiderstand aufweist. Städte wie Amsterdam oder Venedig stehen mehrheitlich auf Eichenpfahlen.

Buche

In Österreich beträgt der Anteil der Rotbuche 10% und wird umgangssprachlich auch nur die Buche genannt. Das Rot wird meist weggelassen, weil es in Mitteleuropa die einzige heimische Art der Buchen ist. Um wirtschaftlich wertvolle Bäume zu liefern, benötigen Buchen eine regelmäßige und sorgfältige Durchforstung. Falls es dennoch als Brennstoff herhaltet, so hat es einen hohen Heizwert und eignet sich hervorragend zum Grillen. Oftmals wird es auch als Fußbodenbelag verwendet, zumal es eine immens hohe Druckfestigkeit aufweist.

Esche

Die Wuchshöhe beträgt bis zu 40m und sie zählt somit zu den höchsten Laubbäumen in Europa. Die Esche ist zäh wie kaum ein anderes Holz und wird zum Beispiel als Hammerstiel im Werkzeugbau oder als Barren und Leitersprossen bei Sportgeräten eingesetzt. Aufgrund der schwierigen Imprägnierbarkeit ist es für den Einsatz im Freien nicht geeignet. Es findet allerdings sehr gerne im Innenausbau als Parkettböden, Treppen oder auch Wandbekleidungen Verwendung.

Fazit: Unglaubliche Vielseitigkeit

Holz hat eine immense Bedeutung für die Weltwirtschaft. Manche Volkswirtschaften leben von der Verarbeitung von Holz. Ermöglicht wird das durch den unglaublich Vielseitigen Einsatz. Holz eignet sich als Energieträger ebenso wie als Bauwerkstoff und moderne Innenausstattungen. Studien haben ergeben, dass Holz sehr wohlwollend für uns Menschen ist und wir uns in dessen Umgebung sehr gut regenerieren können.

Holz sollte vermehrt in unsere Denkweise integriert werden, um die Unabhängigkeit von Krisen zu gewährleisten und um die lokale Wirtschaft zu stärken. Rund 300.000 Arbeitsplätze beruhen auf dem Rohstoff Holz und geben auch uns in der Hackschnitzelerzeugung genügend Arbeit.

7 Gedanken zu „Was macht Holz so besonders?“

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